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True Love

2017

45 min

Museum Haus Konstruktiv, 2017, Zürich (Foto: Eliane Rutishauser)

In der Performance True Love wird das gesellschaftliche Ideal der wahren Liebe im Zusammenhang mit der Popkultur untersucht. Einen thematischen Fokus bildet dabei die Frage, wie idealisierte und in der Popmusik repräsentierte Frauenrollen in reellen Beziehungen umgesetzt werden. Den Kern der Handlung bildet der Dialog von zwei Freundinnen, die auf die vergangenen zwanzig Jahre ihres Lebens zurückblicken und ihre bisherigen Paarbeziehungen im Spiegel der anderen reflektieren. Es werden zwei verschiedene Konzepte über die Liebe ausgetauscht, zwei Schicksale vor Augen geführt und verhandelt. 

Das Skript setzt sich aus Erinnerungsbruchstücken, Dialogen, wissenschaftlichen Forschungsbeiträgen und aus Popmusik-Zitaten zusammen. Entsprechend den verschiedenen Textformen werden in der Performance unterschiedeliche Rollen angedeutet und durch eine Performerin - durch mich - repräsentiert.  Das prägendste visuelle Element der Performance bildet ein langer pink-blauer Textilstreifen, der an seinen beiden Enden die Form von zwei, auf Kleiderbügeln aufgehängten, identischen Frauenkleidern annimmt. Durch die Choreographie mit dem Requisit wird ein mimetischer Bezug zu den beschriebenen Personen, Orten und Handlungen hergestellt. 

Como un río. No puedes dividirlo

2017

32 min

Das Projekt «Como un río. No puedes dividirlo» («Wie ein Fluss. Du kannst ihn nicht teilen») entstand infolge einer sechsmonatigen Recherche in Mexiko-Stadt zur Frage der kulturellen Identität. Die ursprünglich für eine live Performance konzipierte Arbeit wurde in Juni 2016 in der Kolonialvilla Casa Maauad präsentiert und auf Video aufgezeichnet. Ausgehend dem gedrehten Filmmaterial wurde anschliessend in Zusammenarbeit mit Gabriel Studerus (Filmregisseur) eine 1-Kanal-Videoinstallation erstellt. 

Anhand des Beispiels von Mexiko wird in der Arbeit untersucht, wie Identitäten in einer, durch die Kolonialisierung geprägten, heterogenen Gesellschaft gebildet werden. Das Projekt thematisiert den Annäherungsprozess zur fremden Kultur aus einer europäischen Perspektive. Dabei bilden Missverständnisse, Fehleinschätzungen und Projektionen einen wichtigen Teil der Auseinandersetzung. Durch eine lose Reihe von Monologen, Dialogen und gesichtslosen Statements werden Fragen verhandelt, die eine westlich orientierte Denkweise repräsentieren: Wer gilt als Ureinwohner? Wer als Kolonialist? Welche Identität folgt aus der Selbstdefinition als Mestize? Wieso ist in Mexiko die christliche Identität von existenzieller Bedeutung? Wozu dient die Identifikation mit den Verstorbenen? Der Text beruht auf zahlreichen Interviews, sowie auf persönlichen Gesprächen und Erlebnissen. Die Inszenierung wurde in Zusammenarbeit mit Bernardo Gamboa (Theaterregisseur/Dramaturg/Schauspieler) und Meraqui Pradis (Schauspielerin) erarbeitet.

Das Exchange Programm

2015

30 min

Die Videoarbeit erzählt in satirischer Form die Geschichte eines Austauschprojektes: Vier westeuropäische Frauen reisen im Anschluss an ein Hochschulseminar in eine von Mönchen geführte ostasiatische Kunstschule um den dortigen Schülern durch Workshops die Grundsätze der westeuropäischen zeitgenössischen Kunst zu vermitteln. Obschon der gegenseitige Gedanken- austausch aufgrund der kulturellen Unterschiede scheitert, werden die Begegnungen mit den jungen Männern zunehmend intim. Das Austauschprogramm endet mit einer nächtlichen Party in einer Bar. Diese Geschichte wird in zwanzig kurzen Episoden in der Ich-Form vorgetragen. Die vier Protagonistinnen berichten über ihre Erfahrungen mit den Schülern und reflektieren ihr eigenes Verhalten angesichts der kulturellen Differenz. 

Mit der gewählten Inszenierungsform soll die Grenze zwischen Dokumentarfilm und fiktionalem Kurzfilm ausgelotet werden. Drei der vier Protagonistinnen sind Schauspielerinnen - Sabrina Tannen, Nina Bernhard Hesse, Michèle Breu -, die ihre Geschichten in einer eintrainierten Choreographie erzählen. Die vierte Protagonistin - die Künstlerin selbst - erscheint im Film nur mit ihrer Stimme und und ihren von oben gefilmten Händen, während sie an einer aus ostasiatischen Motiven zusammengesetzten grafischen Figur arbeite.

Julia Geröcs

info@juliageroecs.com

Design | Matyas Geröcs